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Handlungsfeld 3: Dorf- und Stadtentwicklung

Die LEADER-Region Rhein-Haardt (VG Monsheim, VG Freinsheim, VG Grünstadt-Land, VG Hettenleidelheim und Stadt Grünstadt) hat bei der Erstellung der Lokalen Integrierten Ländlichen Entwicklungsstrategie (LILE) verschiedene Projektideen entwickelt, die einer zukunftsfähigen Dorfinnenentwicklung dienen.

Dörfer und Städte sind der Lebens- und Arbeitsraum und die Zukunft der Bevölkerung. Die Anforderungen an die Dorf- und Stadtentwicklung werden in Zukunft steigen. Die Bürger wollen eine attraktive Gemeinde, die ihre Bedürfnisse erfüllt. Hierbei handelt es sich besonders um Lebens- und Wohnqualität, sprich soziale Infrastruktur wie Vereinsleben, Kindergärten und Schulen, eine saubere und gesunde Umwelt, aber auch das Vorhandensein von Arbeitsplätzen oder zumindest deren schnelle Erreichbarkeit. Neben der Verbesserung der räumlich-baulichen Gestaltung soll in der Region Rhein-Haardt auch eine umfassende sozioökonomische und soziostrukturelle Weiterentwicklung der Gemeinden erfolgen.

Das Handlungziel 2 der LILE Rhein-Haardt hat zum Inhalt, dass die Innenentwicklung in der Region demografiegerecht, energieeffizient und im Dialog mit den Bürgern gestaltet wird.

Der Fokus der Baulandversorgung ist in der Bundesrepublik immer noch auf eine Siedlungserweiterung ohne ausreichende Berücksichtigung von Folgekosten oder den Potentialflächen innerhalb des Siedlungsbestandes ausgerichtet. Während die Umwidmung von Frei-, Landwirtschafts- und Forstflächen zugunsten von Siedlungs- und Verkehrszwecken weiterhin anhält, zeichnen sich bereits in Ortskernen insbesondere des ländlich geprägten Raumes eine steigende Leerstandsproblematik von Wohn- und Geschäftsräumen, eine sinkende Grundversorgungssicherheit sowie eine zunehmende Zersiedelung des Siedlungsraumes ab. In vielen Ortsgemeinden besteht ein erheblicher Sanierungsstau in den Ortskernen und die westlichen Gemeinden der Region beklagen zunehmende Leerstände.

Zur Erreichung des Handlungszieles soll das Vorhaben „Strategie der LEADER-Region Rhein-Haardt zur zukunftsfähigen Dorfinnenentwicklung“ umgesetzt werden.

Projekt 1-4: Strategie der LEADER-Region Rhein-Haardt zur zukunftsfähigen Dorfinnenentwicklung 1

Ziel des Projektes ist es, dass im Gebiet der LAG Rhein-Haardt Gemeinden ein Erstkonzept für die künftige Dorfentwicklung erstellen und darauf aufbauend eine Voruntersuchung für ein Sanierungsgebiet im vereinfachten Verfahren durchführen.

Die hier beteiligten Ortsgemeinden Offstein, Neuleiningen, Kindenheim und Dackenheim haben hierzu entsprechende Anträge bei der LAG Rhein-Haardt eingereicht, die bei der Auswahl-entscheidung der LAG am 20.06.2016 alle positiv bewertet und mit Zuwendungen aus dem EPLR EULLE – LEADER-Ansatz - bedacht wurden.

Projekt 5-7: Strategie der LEADER-Region Rhein-Haardt zur zukunftsfähigen Dorfinnenentwicklung 2

Ziel des Projektes ist es, dass im Gebiet der LAG Rhein-Haardt Gemeinden, die ein Dorferneuerungskonzept besitzen, darauf aufbauend eine Voruntersuchung für ein Sanierungs-gebiet im vereinfachten Verfahren im Ortskern durchführen und eine Sanuierungssatzung zu erlassen, um ihren Bürger/innen weitere Anreize zur Sanierung zu bieten.

Die hier beteiligten Ortsgemeinden Laumersheim, Mertesheim und Battenberg haben hierzu entsprechende Anträge bei der LAG Rhein-Haardt eingereicht, die bei der Auswahl-entscheidung der LAG am 20.06.2016 alle positiv bewertet und mit Zuwendungen aus dem EPLR EULLE – LEADER-Ansatz - bedacht wurden.

Projekt 8: Bau von zwei barrierearmen Ferienwohnungwohnungen im Ortskern von Grünstadt-Asselheim

Bau und Einrichtung von zwei barrierearmen Ferienwohnungen in einem historischen Bauernhaus im Ortskern von Grünstadt-Asselheim. Dadurch wird auch ein Leerstand in der Ortsmitte wieder genutzt.

Barrierefreiheit ist nicht nur für   Menschen mit Behinderung Voraussetzung eines selbstbe-stimmten Lebens und stressfreier Ferien. Auch andere mobilitätseingeschränkte Personen-gruppen, zum Beispiel Eltern mit Kleinkindern oder Senioren, profitieren von Maßnahmen der Barrierefreiheit, gleichzeitig sind die Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit häufig Komfortmerkmale für alle. Dieses Nachfragepotential wird sich in den nächsten Jahren durch den steigenden Anteil älterer Personen und durch die zunehmende Reisefreudigkeit der Senioren deutlich erhöhen. Dieser Entwicklung muss auch in der Region Rhein-Haardt Rechnung getragen werden.

Neben dem neuen Angebot für Gäste mit Beeinträchtigung im touristischen Bereich ist vor allem auch die Nutzung eines Leerstands im Ortskern von Bedeutung. Dadurch unterstützt das Projekt nicht nur den Indikator „Zertifizierung“ im HZ 6 Tourismus und Naherholung, sondern auch den Indikator „Private Maßnahmen zur Innenentwicklung“ im HZ 3 Dorf- und Stadtentwicklung.

Projekt 9: Bürgerschaftliches Engagement in der Stadt Freinsheim

In der Stadt Freinsheim soll bürgerschaftliches Engagement zur Entwicklung des Ortes verstärkt und besser aufeinander abgestimmt werden.

Durch den strukturierten Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Bevölkerungs- und Interessengruppen entsteht Verständnis für die jeweils andere Position und es können Gemeinsamkeiten für zukünftige Entwicklungen nutzbar gemacht werden. Somit können die im Ort vorhandenen Ressourcen der Freinsheimer Bürgerinnen und Bürger (Fähig- und Fertigkeiten, Expertenwissen, Finanzkraft) effektiver wirken.Es wird Wert darauf gelegt, dass alle Bevölkerungsgruppen eingebunden werden, so dass gleichermaßen generationen-, geschlechts-, herkunfts- und auch berufsspezifische Sichtweisen Beachtung und Berücksichtigung finden.

In Einwohnerversammlungen und zielgruppenspezifischen sowie zielgruppenübergreifenden Foren werden der Informations- und der Gedankenaustausch organisiert, Gemeinsamkeiten und zukünftige Kooperationsfelder herausgearbeitet. Dabei wird die jeweilige Vorgehensweise durch einen zielgruppenorientierten Methodenmix geprägt sein (z.B. wird in der Kommunikation mit jüngeren Erwachsenen das Internet (v.a. e-mail, www, Onlineforen, socialmedia) eine wichtigere Rolle spielen als mit Kindern und Senioren)

Projekt 8: Umbau der Mennonitenkirche in eine Ferienwohnung und Neubau von zwei Tiny Housesim Ortskern von Altleiningen

Die aufgelassene denkmalgeschützte Mennonitenkirche, erbaut im Jahr 1811, soll zu einer großzügigen und barrierefreien Ferienwohnung umgebaut werden. Stilbildende Elemente wie die massivhölzerne Kanzel, die großformatigen Sandsteinplatten des Bodens, das aus dem Kloster Höningen stammende Renaissance-Portal und die neoromanischen Rundbogen-öffnungen in der Fassade sollen – verknüpft mit zeitgenössischen Ausstattungselementen – ein besonderes Ambiente erzeugen, das durch schlichte Authentizität überzeugt. Die Ferien-wohnung wird auf zwei Ebenen über ca. 120m2 Grundfläche verfügen. Der Kirchgarten kann mit den Bewohnern der Tiny Houses gemeinsam genutzt werden. Hinter der Kirche wird ein kleines dienendes Gebäude für Fahrräder, Gartengeräte und Müll vorgehalten

In den Kirchgarten sollen zwei Tiny Houses gestellt werden, kleinste Behausungen für Rei-sende, die für eine kurze Zeit ihre vegetativen Bedürfnisse stark reduzieren wollen, nicht aber ihre spirituellen. Diese Gasthäuschen werden in hochenergetischer Bauweise ausgeführt, aber minimalistisch ausgestattet sein: kein Prunk, kein TV, kein WLan, dafür aber eine klausur-artige Anmutung, ausschließlich biologische Baustoffe, aus regionaler Erzeugung bereit-gestellt und unter sorgfältigern Betrachtung der Gesamtenergiebilanz in der Region hergestellt. Auch die Tiny Houses werden barrierefrei ausgeführt. Die Elektroinstallationen werden mit einer Netzfreischaltung ausgestattet sein, damit sensitive Gäste des Nachts unbehelligt von elektromagnetischer Strahlung schlafen können. Allen Gästen wird ein Podestlift zur Ver-fügung gestellt, damit sie den Kirchgarten und die Wohnungen barrierefrei erreichen können.


LEADER Regionalmanagement

Dr. Peter Dell

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76829 Landau in der Pfalz

 

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